Spießbock

Gemsbuck

Oryx gazella

Der Spießbock ist eine im südlichen Afrika beheimatete Groß-Antilope. Ein ebenfalls verbreiteter Name der Art ist die aus dem Afrikaans kommende Bezeichnung Gemsbok - eingedeutscht Gemsbock. 

Spiessbock Oryx gazella

Der Name leitet sich angeblich vom deutschen Gämse aufgrund der Gesichtszeichnung ab. Mit einer Schulterhöhe von 1,20 Meter ist der Spießbock die größte Art der Oryxantilopen. Beide Geschlechter haben einen starken Hals, lange, scharfe Hörner (bis 1,5 Meter) und einen an einen Pferdeschwanz erinnernden Schweif. Bis auf die Unterseite ist der Spießbock bräunlich-fahl, mit auffälligen schwarzen Markierungen an den Flanken und Flecken an den Oberschenkeln, der Kehle und der Keule. Die schwarz-weiße Gesichtsmaske fällt besonders auf.

Spießböcke sind in trockenen Gebieten (Wüsten, Halbwüsten) beheimatet, kommen aber auch in der Savanne vor. Als Nahrung wird Gras bevorzugt, allerdings nehmen sie auch ungiftige Sukkulenten zu sich, graben Wurzeln aus und fressen Wildfrüchte. In Zeiten der Dürre verzehren sie zu 30 % Blätter von Sträuchern und Bäumen und überraschenderweise auch das hochgiftige, wasserhaltige und nährstoffreiche Wolfsmilchgewächs Euphorbia damarana, das dann bis zu 25 Prozent ihres Nahrungsbedarfs deckt. Mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Oryxantilopen sind bisher unbekannt.[1]Obwohl Spießböcke Wasser trinken, sind sie von Oberflächenwasser unabhängig.

Die Weibchen leben in Gruppen von bis zu 40 Tieren. Dagegen sind die Männchen Einzelgänger. Sie verteidigen ein Revier und verteidigen alle Weibchen, die sich gerade in ihrem Territorium befinden. Kämpfe zwischen rivalisierenden Männchen laufen über ritualisierte Gesten ab und fast niemals ernsthaft, da sich die Antilopen mit den spitzen Hörnern sonst schwer verletzen könnten.

Der Spießbock steht als Synonym für Zähigkeit und Bedürfnislosigkeit und ist deshalb auch das Wappentier Namibias und auch in Wappen verschiedener anderer Regionen im südlichen Afrika, etwa der Provinz Nordkap, zu finden. Die Einheimischen haben diese Antilopen von jeher gejagt. Sie verarbeiteten ihre Haut zu Leder und nutzten die Hörner als Speerspitzen. Verglichen mit anderen Oryxantilopen wie zum Beispiel dem Arabischen Oryx ist der Spießbock noch häufig anzutreffen.

Gefährdung

Die IUCN stuft den Spießbock als "nicht gefährdet"ein. 

Bildnachweis © Hans Hillewaert

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